Lokah samastah


sukhino bhavantu, las ich am Ende eines Tweets. Der Autor, anscheinend eine Schweizerin, schrieb über etwas Schreckliches auf einer verlinkten Webseite, schloss dann aber mit „positiv denken“ und ebendiesen Worten.

Ich mag Schweizer wegen ihres Akzents und bin ein Freund von Mantras. Diese sehe ich als einen Weg den eigenen Gedankenfluss in schönere Gefilde zu leiten. Meistens fangen diese mit dem üblichen „Om“ an oder enthalten „Hari“ oder ähnliches. In dem Fall war nichts davon zu lesen.

Eine kurze Recherche bei meinem Freund Google zeigte deutsche Yogaseiten, die den Spruch mit „mögen alle Wesen freudvoll leben“ oder so ähnlich übersetzten. Weiter unten fand ich eine englische Seite mit einer etwas anderen Übersetzung:

May all beings everywhere be happy and free, and may the thoughts, words, and actions of my own life contribute in some way to that happiness and to that freedom for all.

Das übersetze ich mal mit „Mögen alle Wesen überall fröhlich und frei sein und die Gedanken, Worte und Taten in meinem eigenen Leben irgendwie zu dieser Fröhlichkeit und Freiheit für alle beitragen“.

Ist das nicht ein Unterschied? Einmal der kurze Wunsch und dann die lange Version mit einer Aufgabe, die es zu erledigen galt. Wer hat wohl Recht?

Auf derselben Seite war zum Glück auch das Sanskrit übersetzt. Das ging mehr in Richtung der deutschen Blogs:

lokah: location, realm, all universes existing now
samastah: all beings sharing that same location
sukhino: centered in happiness and joy, free from suffering
bhav: the divine mood or state of unified existence
antu: may it be so, it must be so (antu used as an ending here transforms this mantra into a powerful pledge)

Wenn ich das so übersetze:

lokah: alle Orte
samastah: alle Wesen
sukhino: freudvoll
bhav: der Antrieb der Existenzen
antu: mach das (mit Ausrufungszeichen)

gibt es eine esoterische Erklärung des Spruchs:

Am Ende einer Yoga-Klasse, wenn die Schüler auf dem Boden liegen und entspannen, wird mit diesen heiligen Worten eine Verbindung zum Antrieb des Weltgeschehens aufgebaut und um Friede und Freude für alle gebeten. Das funktioniert, weil die Chakren aktiviert wurden und über das siebte Chakra eine Verbindung zum Göttlichen besteht. Es könnte auch über das erste funktionieren, dass eine Verbindung zur Wurzel allen Daseins aufbaut.

Natürlich gibt es auch eine rationale Erklärung des Spruchs:

Wer immer wieder das Beste für alles, was lebt, wünscht, prüft natürlich in seinem Umfeld, ob der Wunsch sich realisiert. Somit fällt alles Freundliche, das Lächeln eines Fremden, das Schwanzwedeln eines Hundes oder das fröhliche Singen der Vögel auf und wird gefeiert. Der Beter lebt gewissermaßen in seiner eigenen Blase voller Fröhlichkeit und wird nicht aufhören das Mantra zu beten und weiterzugeben.

Was wohl die besagte Schweizerin dazu sagt?


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