Der Atem der Natur


Wenn die große Natur seufzt, hören wir die Winde
welche, geräuschlos in sich selbst,
die Stimmen der anderen Wesen aufwecken,
in dem sie diese anblasen.
Von jeder Öffnung
laute Stimmen tönen. Hast Du nicht gehört
diesen Lauf der Töne?

Dort das überhängende Holz
an diesem steilen Berg:
Alte Bäume mit Löchern und Spalten
wie Münder, Rachen und Ohren.
Wie Astlöcher, wie Kelche,
Rillen im Holz, Senken voller Wasser:
Du hörst ein Muhen und Röhren, Pfeifen,
Kommandorufe, Grummeln,
Tiefe Bässe, traurige Flöten.
Ein Ruf weckt den anderen zum Dialog.
Sanfte Winde singen schüchtern,
starke blasen ohne Hemmungen.
Dann stirbt der Wind. Die Öffnungen
entleeren die letzten Töne.
Hast Du nicht beobachtet, wie alles zittert und abklingt?

Yu antwortete: Ich verstehe:
Die Musik der Erde singt durch tausend Löcher.
Die Musik der Menschen ist mit Flöten und Instrumenten.
Was macht die Musik des Himmels?

Meister Ki sagte:
Etwas bläst durch tausend verschiedene Löcher.
Eine Macht steht hinter all dem und beendet die Geräusche wieder.
Was ist diese Macht?

Meister Ki konzentriert sich auf das wesentliche. Und das ist nicht das romantische Genießen eines Hörerlebnisses. Auch lässt ihn der Wunsch nach einer Welterklärung kalt. Er macht eine Beobachtung und will wissen, was die Macht ist, die aus unbelebten Dingen Leben startet und auch wieder beendet. Wie kann diese beschrieben werden? Gibt es hier Regeln und Gesetze?

Aus dieser Fragestellung entwickelte sich die chinesische Medizin mit ihren Tränken, Pulvern und Zeremonien. Aber auch die Tai Chi Methoden um die Lebenskraft zu stärken oder zu senken.

Hier fällt mir ein Fernsehbericht über Kung Fu Adepten aus China ein. Gefragt wurde ein älterer Mann, der zunächst sein Tai Chi vorführte, was er denn davon hätte.

Er antwortete: „Ich kann schlafen, wann ich will und ich kann scheißen, wann ich will!“ Danach lachte er nur noch.

Heutzutage ist es vielleicht gut zu wissen, dass es Möglichkeiten gibt ohne viel Besitz und auch ohne viel Gesellschaft trotzdem viel Lebenskraft zu spüren.

anhält. Wer das weiß, kann vielleicht auch etwas starten oder beenden.




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